Gregorius auf dem Stein
DVD-Veröffentlichung im Oktober/November 2012
Filmpremiere am 1. November 2012 im Düsseldorfer Atelier/Savoy Kino

Das mittelalterliche Versepos "Gregorius der arme Sünder" von Hartmann von Aue war Vorlage für Thomas Manns Roman "Der Erwählte". Beide Stoffe waren Grundlage für die Musik-Theateradaption des THEATERs DER KLÄNGE von 2004.

Die Erzählung hat als Fokus die Todsünde des Inzest, der durch Buße zur Reinigung und zur Erwählung als Kirchenoberhaupt der katholischen Kirche führt. Während der Aspekt der Sünde und der Reinigung durch Buße den Mittelpunkt der Verserzählung bildet, konzentriert sich Thomas Mann in seinem Roman auf die Ursache, den doppelten Inzest.

Ein adliges Geschwisterpaar an einem Fürstenhof in Nordflandern ist sich nach dem Tod des allein erziehenden Fürstenvaters so zugetan, dass es zum Inzest kommt. Aus dieser Verbindung wird ein Sohn geboren, der die Untat öffentlich machen würde. Aus diesem Grund wird das Neugeborene in einem kleinen Boot dem Meer ausgesetzt, das Geschwisterpaar getrennt. Der Bruder begibt sich auf einen Kreuzzug, den er schon nach Tagen aus Gram nicht überlebt. Die Schwester wird Fürstin und entsagt jeglichem Ehestreben.

Das Kind wird in Süd-England von Fischern im Boot gefunden. Als Beilage hat es Gold, reiche Stoffe und eine Tafel, auf der die sündige Herkunft des Kindes geschildert wird, ohne zu nennen, woher es kommt. Ein Abt eines örtlichen Klosters bekommt den Fund des Kindes mit und nimmt die Beilagen an sich. Da er lesekundig ist, wird ihm klar, dass er es hier mit einem aus Sünde gebornenen Kind zu tun hat, welches adliger Herkunft ist. Er gibt dem Fischer einen Teil des Goldes mit der Auflage das Kind zu adoptieren. Er gibt dem Kind seinen eigenen Namen: Gregorius. Das Kind wächst in der Familie der Fischer auf und wird im Kloster vom Abt unterrichtet. Bei Erreichen der Pubertät wechselt das Kind als Novize in das Kloster.

Zwischenzeitlich erwehrt sich die schöne flandrische Fürstin vieler Bewerber, die um ihre Hand anhalten. Ein benachbarter Fürst wertet die Ablehnung seiner Bewerbung als Affront und beginnt einen Krieg gegen das Fürstentum der Fürstin, der dazu führt, dass die Burg der Fürstin über längere Zeit belagert wird.

In der englischen Fischerfamilie kommt es zu einem Eklat, als Gregorius sich mit einem "Bruder" aus seiner Familie schlägt. Die empörte Mutter offenbart, dass Gregorius nicht ihr leiblicher Sohn ist, weswegen Gregorius Rechenschaft vom Abt fordert. Dieser klärt Gregorius über seine Herkunft auf und übergibt ihm das mittlerweile zinslich vermehrte Gold, die Stoffe und die Schrifttafel aus dem Boot.

Gregorius sieht aufgrund dieser Informationen kein Bleiben mehr im Kloster, wiewohl der Abt alles versucht ihn zu halten. Gregorius entscheidet sich für ein Fortziehen als Ritter. Das Gold versetzt ihn in die Lage ein Boot zu kaufen und sich ein Ritterkostüm schneidern zu lassen. Er begibt sich mit seinem Schiff auf das Meer und befiehlt das Boot sich selbst zu überlassen.

Zufällig treibt das Boot an das Ufer der belagerten Stadt. Er landet dort an, bezahlt dafür, dass er einen Zugang in die belagerte Stadt bekommt und fühlt sich berufen die belagerte Stadt als Ritter zu befreien.

Nicht wissend, dass es die Stadt seiner Mutter ist, begegnet er der Fürstin bei einer Sonntagsmesse in der Kirche. Er verliebt sich in die immer noch sehr schöne Frau. Sie nimmt Notiz von dem neuen Ritter in ihrer Stadt.

Der diese Stadt belagernde Fürst fordert allwöchentlich einen Ritter der belagerten Stadt

zum offenen Zweikampf heraus. Sollte es einem der Ritter gelingen ihn zu besiegen, läßt er von der Belagerung ab. Nach eingehender Vorbereitung entschließt sich Gregorius die Herausforderung anzunehmen: In dieser Begegnung gelingt es Gregorius mit einer List den Herausforderer in die Burg zu ziehen und in dort verhaften zu lassen. Diese Verhaftung beendet den Belagerungszustand und den Krieg und erbringt darüber hinaus Reparationszahlungen, die das gesamte Fürstentum zu neuer Blüte führen.

Die Fürstin ist von diesem Sieg des Ritters so angetan, dass sie dem Drängen Ihrer Berater statt gibt und in Erwägung zieht endlich einem Mann da Jawort zu geben. Gregorius wird ihr Ehemann. Beide wissen nicht von ihrer Mutter-Sohn Beziehung, wiewohl der Fürstin die Stoffe des Ritterkostüms ins Auge fielen.

Die Ehe ist glücklich und bringt zwei Kinder hervor. Gregorius, immer noch seine Herkunft als Schuld begreifend, schließt sich regelmäßig in eine Kammer ein, um die Tafel zu lesen und sich selbst dafür zu kasteien. Er wird dabei von einer Zofe beobachtet, die der Fürstin von diesem Ritual erzählt. Die irritierte Fürstin lässt sich von der Zofe in die Kammer führen und die Tafel zeigen. In diesem Moment begreift sie, dass sie mit ihrem Sohn verheiratet ist. Sie eröffnet dies ihrem Ehemann/Sohn, welcher vor dieser grausamen Wahrheit zusammenbricht, seinem Fürstenleben entsagt und gleiches von ihr verlangt. Er begibt sich im Büßergewand auf eine Wanderschaft. Sie wird Armenhelferin vor den Toren ihrer Stadt.

Gregorius trifft nach langer Wanderung auf eine Fischerhütte am Meeresufer. Er gibt sich als armer Büßer aus, was ihm von den Fischern nicht geglaubt wird, da sein wohlgenährtes Aussehen nicht dem eines Büßers entspricht. Der Fischer weiß einen schrecklichen Ort, an dem Gregorius seine Bußbereitschaft beweisen könne und fährt ihn am nächsten Morgen auf eine kleine einsame Insel auf der kein Überleben möglich ist. Zu allem Überfluss kettet er Gregorius die Füße zusammen und wirft den Schlüssel zum Kettenschloss ins Meer. Auf der Heimfahrt plagen den Fischer Zweifel, ob er das Richtige getan hat. Er beschließt den Einsiedler zu retten, sollte er jemals wieder den Schlüssel sehen.

17 Jahre vergehen. Gregorius magert bis auf die Knochen ab (bei Thomas Mann wird er zum Siebenschläfer-Tier!), seine Mutter opfert sich in der Armenpflege auf.

Inzwischen stirbt der Papst in Rom. Die neue Papstfindung führt zu einem Krieg zwischen einem ungeliebten Papst und einem kriegerischen Gegenpapst. Beide Päpste sterben im Papstkrieg. Aus dieser schlechten Erfahrung heraus sucht das Papstkonzil nach einer Erleuchtung. Zwei hochrangige Bischöfe bekommen sie in Form eines Traums, der Ihnen sagt, dass der neue Papst auf einer einsamen Insel im Norden des Kontinents zu finden sei. Die Bischöfe begeben sich auf die Suche und gelangen nach langer Reise "zufällig" bei jenem Fischer, der Gregorius vor 17 Jahren auf die schroffe Insel fuhr.

Da die Gäste Geld haben, serviert der Fischer ihnen einen besonders großen Fisch, den er am gleichen Morgen gefangen hatte. Im Bauch des Fisches findet sich der Schlüssel, den der Fischer seinerzeit ins Meer warf. Für alle das Zeichen, dass es sich um göttliche Fügung handelt.

Man holt den Totgeglaubten von der Insel und reist mit ihm nach Rom. Auf der Reise kommt Gregorius zu Kräften und wird triumphal in Rom empfangen.

Er wird ein guter Papst, was sich in Gesamt-Europa herumspricht. Viele Pilger reisen zur Papstaudienz nach Rom, eines Tages auch seine Mutter. Diese beichtet dem heiligen Vater ihre Sünden. Er gibt sich ihr als Sohn und Ex-Ehemann zu erkennen.

(Bei Thomas Mann gestehen sich beide, dass sie um ihren Inzest wussten, als sie ihn begingen).
J.U.Lensing


Konzept, Regie, Montage-Regie, Sound-Supervising, Music-Editing: J.U.Lensing

Drehbuch: Clemente Fernandez, J.U.Lensing
Kamera: Nikolai Singer
Montage: Gunar Meinhold
Ton + Sound-Supervising: J.U.Lensing
Musik: ESTAMPIE & Thomas Neuhaus
Sound-Design: Manuel Laval
Foley: Foley Lounge Düsseldorf
ADR: Studio Sprachlabor Düsseldorf
Endmischung: Studio Sound-Vision Köln

Darsteller:

Clemente Fernandez
Matthias Weiland
Nick Mansfield
Alice de Souza
Jelena Ivanovic

Sprecher:

Clemente Fernandez

Matthias Weiland
Gregorius auf dem Stein
Filmfassung (2012)
103 Minuten
PAL
Stereo ProLogic, Dolby Digital 5.1

Kapitel:
1 Wer läutet
2 Die schlimmen Kinder
3 Ritter Eisengrein
4 5 Schwerter
5 Der Fischer v. St.Dunstan
6 Der Faustschlag
7 Die Trennung
8 Herr Poitewin
9 Schwertkampf
10 Der Handkuß
11 Sybillas Gebet
12 Die Hochzeit
13 Die Tafel
14 Jeschute
15 Die Offenbarung
16 Der Fischer vom See
17 Die Auffindung
18 Die Wandlung
19 Der sehr große Papst
20 Epilog

Bonustrack:

Gregorius auf demStein
Musiktheater-Aufzeichnung (2004)
117 Minuten
PAL
Stereo

Trailer auf YouTube: http://youtu.be/BXYrprp9TzI

 

 

 

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